Josef Inauen und Hermann Isler, Winter 2010
Ein Versuch, das Land mit dem Velo zu bereisen
Anreise und erste Eindrücke
Mandi, mein Reisepartner und ich haben für dieses Jahr eine Veloreise durch Myanmar vorgesehen. Die Planung war etwas aufwändiger, weil hier viele Restriktionen die Bewegungsfreiheit einschränken. Viele Gegenden in diesem Land sind für Touristen gesperrt oder benötigen langwierige oder teure Bewilligungen. Nicht alle Hotels und Guesthäusern sind berechtigt Touristen aufzunehmen. Das alles hat uns nicht entmutigt dieses wunderschöne und interessante Land per Velo zu bereisen. Am Mittwoch den 6. Januar sind wir mit unserem eigenen Velo, sicher verpackt mit Destination Yangon, in Kloten gestartet. Der Flug mit Swiss LX180 bis Bangkok verläuft problemlos. Dort transfer to Thai Airways, Flug TG305 nach Yangon. Es ist bereits dunkel wenn wir um 18:00 ankommen. Auch das Gepäck und die beiden Velos sind da. Die Einreise und der Zoll verlaufen unerwartet problemlos, viel einfacher als vergleichsweise eine Einreise in die USA! Das ist ein vielversprechender Start! Mit einem Taxi fahren wir für 15$ in die Stadt. Die Strassen sind breit, get, etwas holprig aber sauber. Der erste Eteerindruck ist positive.
Freitag, 8. Januar
Nach dem Morgenessen starten wir zu Fuss um die Stadt zu erkunden und die ersten Eindrücke zu sammeln. Es ist hier wie in den Bergen, man muss immer schön wo man den Fuss hinsetzt und soll zum Betrachten der
Löcher oder stolpert unsanft über die vielen Abschläge in den Strassen.
Es ist bereits heisses und wir kommen schnell ins schwitzen. Das wird noch eine Weile so sein, bis wir uns an das wärmere Klima gewöhnt haben. Der Verkehr ist moderat, aber der Fussgänger hat keine Rechte, auch nicht auf dem Fussgängerstreifen, man muss auf alle anderen Verkehrsteilnehmer selber Rücksicht nehmen. Das Stadtbild ändert laufend zwischen armseligen Behausungen und modernen Läden nach Western Stiel, so wie das in Asien öfters der Fall ist. Es ist Zeit zum Mittagessen, also suchen wir im Reiseführer ein Restaurant mit Myanmar Spezialitäten aus. Die Bedienung ist aufmerksam und Hilfsbereite. Wie an einem Buffet kann man sich hier bei der Küche visuell ein Gericht auswählen. Es gibt Fisch, Crevetten, Poulet, Schwein oder Rind und noch viele Dinge die ich mir nicht getrauen würde zu essen. Die Burmesen Essen alles was auf Gottes Erde kreucht und fleucht, inclusive Innereien jeglicher Art. Ich wähle für mich ein Hühner Curry um auf der sicheren Seite zu sein und weissen Reis dazu. Dazu wird viel Sauce und Grünzeug serviert. Für uns Zwei ist der ganze Tisch belegt. Es schmeckt ausgezeichnet. Als Inglets werden wir mit Sicherheit über den Tisch gezogen, denn der Preis ist nirgends angeschrieben, wie überall. Wir bezahlen für alles 17000 K (ca. 17$), für unsere Verhältnisse nicht viel, aber für einen Burmesen ein Vermögen und alle anderen Gäste sind Burmesen! Wir nehmen es gelassen und werden ein anderes Mal ein einfacheres Restaurant auswählen.
Reisende. Eine Liste der akkreditierten Hotels für Touristen haben sie auch nicht. Es sieht aus, dass wir das selber an die Hand nehmen müssen. Sicher ist, dass wir nicht in Hotels ohne Fremden Bewilligung übernachten wollen, denn sie müssten von der Polizei dafür schlimme Sanktionen riskieren, und das möchten wir nicht auf uns nehmen. Eine gute Nachricht für uns ist hingegen die Visum Angelegenheit. Wir haben ein Tourist Visum für 28 Tage, was viel zu kurz ist. Eine Verlängerung gibt es nicht, aber es besteht die Möglichkeit einfach später auszureisen, ein sogenannter Overstay zu machen ohne dafür Probleme zu bekommen. Man bezahlt einfach pro überzogenen Tag 3$, und das bis zu 30 Tagen. Das sind gute Nachrichten. Der Haken daran ist einzig, dass das nur im Flughafen in Yangon möglich ist. Wir hatten die Absicht das Land im Norden von Thailand auf dem Landweg zu verlassen, bei Tachileik. Somit müssen wir
unsere Planung umstellen und unseren so oder so gebuchten Flug von RGN nach BKK umzubuchen. Thai Airways ist hier sehr flexible und ändert unser Ticket ohne Probleme auf ‘open’, so dass wir den Rückflug später bestimmen können.